Aktuelle Ausstellung

8. Januar – 19. März 2023

"Im Empören steckt Leben"

Fischerhude nach 1945

Erhart Mitzlaff, Trauminsel, 1955

Die Zeit von Beginn des Dritten Reiches bis zum Kriegsende 1945 war für viele Künstlerorte eine Periode der Stagnation oder des völkischen Gesinnungswandels, wie er zum Beispiel im Worpswede unter Mackensen zum Ausdruck kam.

Dagegen entstand im abseits gelegenen Fischerhude ein Ort der Zuflucht und inneren Emigration für Künstler und Andersdenkende. Für die Familie Breling-Bontjes van Beek, dem Kreis um Clara Rilke-Westhoff, Wilhelm Rohmeyer, Hans Meyboden und anderen war Fischerhude eine Insel im Strudel der Weltereignisse.
Hier wurden sonst nicht genehme Lebens- und Denkweisen toleriert, und so bildete sich eine Atmosphäre des geistigen Autausches, die nach Kriegsende viele Gleichgesinnte zusammenbrachte, um Wege der Erneuerung zu beschreiten.

Unsere Ausstellung möchte dieses Zusammentreffen von Menschen, wie man sie sich unterschiedlicher nicht denken kann, beleuchten: die Maler Erhart Mitzlaff und Werner Zöhl, der Bildhauer Adriaan van der Ende, der Architekt Carsten Schröck und der Bremer Kaufmann, Schriftsteller und Philosoph Dirk Heinrichs. Dieser erwarb 1980 die Skulptur "Der Flüchtende" von Waldemar Otto, entstanden als Wettbewerbsbeitrag für ein Mahnmal zum Gedenken der Opfer der Novemberpogrome 1938 in Bremen.

Öffnungszeiten:

Do–Sa 14:00–17:00 Uhr
So 11:00–17:00 Uhr

Wir empfehlen das Tragen eines Mund/Nasenschutzes.

„40 Lichtblicke“
in der Fischerhuder Galerie

Parallel zur Ausstellung „Im Empören steckt Leben“, die in Buthmans Hof in der Zeit vom 8. Januar bis zum 19. März 2023 zu sehen sein wird, zeigt die Fischerhuder Galerie gut vierzig ausgewählte Werke der Fischerhuder Kunstgeschichte von Heinrich Breling bis Werner Zöhl. Jeden Sonntag findet um 15 Uhr eine Führung statt. Es steht jeweils ein anderes Bild im Fokus der Betrachtung.

Die Gemälde der Ausstellung „Lichtblicke“ verteilen sich über beide Etagen der Galerie. Im Zentrum der Ausstellung im Erdgeschoss hängt der „Lichtstrahl“ des „Vaters der Fischerhuder Maler“, Heinrich Breling. Es ist das Meisterwerk aus seiner letzten Schaffensphase in Fischerhude. Gleich daneben gibt  das von Wilhelm Heinrich Rohmeyer  um 1907 geschaffenes Werk „Sommertag“ einen Einblick in das Wümmedorf um 1900. Die seit 1919 in Fischerhude ansässige Bildhauerin und Malerin Clara Rilke-Westhoff ist mit zwei Porträts vertreten. Ihr Bruder Helmuth, der in den dreißiger Jahren das Haus seiner Mutter am Wümmesteg bezog, malte seine Schwester in einem faszinierenden Altersporträt. Westhoff ist außerdem mit Wümmelandschaften vertreten, die sein inniges Naturverhältnis zeigen. Der Maler ist dafür bekannt, dass er mit den Störchen sprach, die auf seinem Dach nisteten

Heinrich Breling, Der Sonnenstrahl, 1906

Zu den Freunden Westhoffs in Fischerhude gehörten auch die dem Expressionismus aufgeschlossenen Maler Rudolf Franz Hartogh und August Haake, die ab 1911 in ihren Sommerferien von Weimar nach Fischerhude kamen, um neben Otto Modersohn zu malen. Von Hartogh ist sein Bild „An der Wassermühle“ zu sehen und sein 1917 gemaltes Selbstporträt, von seinen Freund August Haake ein farbige Skizze eines Fischerhuder Entenhäuschens.  Zu den in der Ausstellung vertretenen „Malweibern“ gehören Bertha Schilling, Marie Fritsch und Else Pauls. Auch Olga Bontjes van Beek ist mit eindrucksvollen Landschaften vertreten. Den um 1930 von Amelie Breling nach Fischerhude eingeladenen Maler Hans Buch repräsentiert seine 1949 gemalte „Alte Weide an der Wümme“. Das Ende der Ausstellung bilden Erhart Mitzlaffs überzeugende Selbstporträts sowie Landschaften und Stillleben von Werner Zöhl.

Clara Rilke-Westhoff, Porträt Cato Bontjes van Beek, 1939

Ort der Ausstellung: Fischerhuder Galerie,
In der Bredenau 1 A, Fischerhude.

Öffnungszeiten:
Mo u. Mi 10–13 Uhr
Di, Do u. Fr 15–17 Uhr
Sa 10–17 Uhr
So 15–16 Uhr

Kunstverein Fischerhude

in Buthmanns Hof e.V

Im Krummen Ort 2

28870 Fischerhude